Mein persönlicher Bericht zum Ironman 70.3 Barcelona

Mein Ziel: Spaß haben und ankommen

Die Idee entstand letztes Jahr nach dem Ironman 70.3 Mallorca. Da das Wetter wirklich ganz unvorhersehbar schrecklich war, hatte ich mir fest vorgenommen nicht noch einmal auf Mallorca zu starten. Ein Wettkampf macht zumindest mir, bei 8 Grad, Dauerregen und Wind keinen Spaß.

Außerdem wollte ich schon lange Barcelona besuchen.

Kurzerhand meldete ich mich an und vergaß ein bisschen welcher Aufwand vor so einem Wettkampf entsteht. Natürlich nicht nur körperlich, sondern zusätzlich Psychisch. 

Da der Leistungsdruck mir schon einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, wollte ich es dieses Jahr besser machen. Das ist mir auch tatsächlich lange geglückt.

Ein paar Wochen vor dem Wettkampf kam dann aber doch die Nervosität und zwei Tage vorher der Respekt vor der Distanz. Auch jetzt im Nachhinein, ist es mir ein Rätsel, wie ich die Distanzen hintereinander so gut überstanden habe.

21.05. kurz vor 5 wurde es dann Ernst! Kurz geduscht, Triathlonklamotten angezogen und schnell gefrühstückt. Ein bisschen überlegt was wohl Magenbeschwerden in ein paar Stunden verursachen könnte. Habe mich für Haferflocken und Café entschieden.

Kurz vor 6 ging es auf zur Wechselzone, alles Startklar machen und den Neo anziehen. Gefühlte hundert Jahre am WC angestanden und deshalb schon völlig entnervt, ging es an den Start. Oder besser gesagt, wir hatten versucht unseren Startblock zu finden… etwas unvorbereitet… 

na ja, 35 Minuten Schwimmzeit klang auch gut und so ging es nach 10 Minuten schon als einer der Ersten ins Wasser. Da ja Übermut bekanntlich nicht von Vorteil ist, wurde mir die frühe Startzeit zum Verhängnis. Viel zu schnell bin ich los geschwommen, deshalb hatte ich nach 1 Km schon genug und fühlte mich kraftlos. Ein Powerbar Gel wäre da super gewesen, aber im Wasser unmöglich. Nach dem ich mich dann bis zur letzten Wendung gekämpft hatte, kam hinzu, dass ich nun dank der vielen Menschen, welche mich einholten und der Sonne, welche direkt von vorne kam, die Orientierung verlor. Eine gefühlte Ewigkeit später kam dann das Ziel endlich näher. 

Normalerweise wäre ich jetzt schnell aus dem Wasser und losgelaufen, aber dank des Wellengangs, welcher Richtung Ufer sehr stark wurde und meiner viel zu langen Schwimmzeit, sank mein Kreislauf beim aufstehen in den Keller. Zu allem übel sah ich auf meiner Uhr, dass ich fast 50 Minuten geschwommen seien musste. Die Motivation fiel in den Keller und auch meine Laune. Da half nur Selbstmotivation: „Hier geht es in erster Linie nur um Spaß! „

Schnell also wieder gefangen und fürs radeln umgezogen.

Die ersten Meter auf dem Rad fühlte ich mich gleich wohler. Mich motiviert es, die anderen Teilnehmer zu überholen, die zwar beim Schwimmen schneller sind, ich dafür aber auf dem Rad mehr drauf habe. 

Theoretisch lief auf dem Rad bis Kilometer 35 alles glatt. Dann tauschte ich meine Wasserflasche an der Getränkestation. Die Flasche vom Veranstalter war leider so klein, dass sie in meiner Halterung am Rad nicht halten wollte und mir zwischen die Pedale fiel. Sehr ärgerlich, aber unbedingt wichtig für mich zu behalten, denn die nächsten Kilometer gab es keinen Ersatz. Also versuchte ich sie festzuhalten und fuhr so auf eine Begrenzung zu. Flasche gerettet, aber Knie aufgeschlagen. Es ging also etwas verwirrt weiter. Wieder half mir der Gedanke, dass es ja Spaß machen soll… neu motiviert wurden die nächsten Kilometer so fest getreten, dass ich versuchte an den schnellen Jungs dranzubleiben. Hat auch gut geklappt, denn auf dem Rad machte ich unglaublich viele Plätze gut.

Nach 90 Kilometer und 1200 Höhenmetern, hatte ich wirklich gut die Radstrecke in 3:20 Stunden geschafft. Eindeutig Bestzeit für mich oder ggf. zu viel um jetzt noch zu laufen, dachte ich mir.

Da blieb natürlich nur Kopf ausschalten und laufen…

Schnell umgezogen und bei gefühlten 30 Grad auf der Laufstrecke angekommen, wusste ich, dass jetzt wenig schief gehen kann. Von der Euphorie getragen, lief ich hier ein bisschen flott los… Genau das, was ich nicht machen wollte, aber die Beine fühlten sich halb taub an und liefen sich in dem Tempo super. Nach 6 Kilometern kam dann der erste Einbruch… Was fast klar war. Eine Laufgeschwindigkeit von 12 Km/h zu laufen, ist für mich persönlich kein lockeres Lauftempo… Doch bis zum Ende war es jetzt ja nicht mehr weit und so lief ich mit so viel Freude wie nur möglich das Rennen zu Ende. 

Im Ziel angekommen stand fest, dass ich eine gute Zeit erreicht hatte und den Spaß bei all der Anstrengung nicht verloren hatte! 

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