Wettkampfbericht Ironman 70.3 Mallorca 2018

Es sollte ein Ironman 70.3 werden, an dem Spaß im Vordergrund steht…Zumindest war das mein Plan!

Der Ironman 70.3 Mallorca lief auch gut, bis auf ein paar starke Aufs und Abs. Dann 16 Km vor dem Ziel war der Spaß allerdings dahin…

Das 4. Jahr in Folge habe ich mich dazu entschlossen, einen Halbdistanz Triathlon / Ironman 70.3 zu bestreiten. Die Anmeldung erfolgt steht’s lange Zeit im Voraus und jedes Jahr sind mir die ganzen Strapazen, die mit dem Training verbunden waren gar nicht mehr bewußt. Erst nach der Anmeldung realisiere ich immer wie aufwendig eine Vorbereitung auf einen Wettkampf wie diesen ist.
Dieses Jahr war es allerdings das erste Mal, dass ich beruflich so viel zu tun hatte, dass das Training zweitrangig wurde. Trotzdem glaubte ich, dass ich ganz gut vorbereitet war. Schließlich war Freude an der Sache und ankommen mein großes Ziel gewesen.
Als der Ironman 70.3 näher rückte, rückten (wie auch jedes Jahr) meine Zweifel näher.
Habe ich wirklich genug getan?
Macht es überhaupt Sinn zu starten oder verschiebe ich den Wettkampf lieber?
Möchte ich mir das wirklich antun?
All diese Gedanken waren zwar dieselben, wie die Jahre zuvor auch, aber dieses Mal nahm ich sie wirklich an und setzte mich mit ihnen liebevoll auseinander.

Meine Erkenntniss: Der Triathlon sollte in erster Linie von mir angestrebt sein, weil ich es möchte und er mir Freude macht! Und sollte das anders sein, dann sollte ich nicht starten! 

Leider oder auch nicht, denn das Leben macht bekanntlich keine Fehler, wurde ich 6 Tage vor dem Wettkampf krank. Erbrechen und Magenprobleme hielten mich bis 3 Tage vor dem großen Tag auf Trapp. Wo es mir Wochen vorher ums ankommen und so schnell wie möglich sein ging, drehte sich jetzt alles nur noch um antreten oder nicht?!
Nach dem mein Freund und ich 3 Tage vorher, mit riesigen Spaß den höchsten Berg der Radstrecke erklungen hatten und ich mit 211 Watt durchfahren konnte, stand für mich fest, ich werde es zumindest am Samstag versuchen und schauen wie es läuft.

Die nächsten Tage vergingen und es wurde endlich Samstag Morgen 4:30 Uhr am Wettkampftag

Zeit  zum aufstehen, fertig zu machen und zum Start loszuziehen… Meine Aufregung hielt sich in Grenzen, weil ich keine Erwartungshaltung an mich und den Wettkampf hatte. Ich ging also relativ relaxt und trotzdem mit großem Respekt vor der Distanz an den Start.
Die erste Disziplin, das 1.9km lange Schwimmen im offenen Meer. Hier lief es ohne große Probleme und es war eigentlich recht entspannt. Unhappy war ich über meinen Neopreananzug, welcher eine ungünstige Wasserposition verursachte. (Hätte ich natürlich mal vorher ausprobieren können.  Aber ehrlich gesagt, dachte ich nicht, dass mein Schwimmtraining für so eine Veränderung im Gefühl des Neos auslösen könnte) Es ließ sich aber im Wettkampf nicht mehr ändern. Ich machte das Beste daraus. Etwas enttäuscht über die Zeit rannte ich vom Schwimmausstieg zur Wechselzone und dann aufs Bike. Die Wechselzone beim Ironman Mallorca ist extrem lang, daher waren die Wechselzeiten auch entsprechend lang.

Ich war glücklich auf dem Rad zu sitzen.

Radfahren ist mittlerweile meine  Lieblingsdisziplin geworden. Nach 3 Stunden und 10 Minuten kehrte ich in die  Wechselzone zurück. Sichtlich begeistert, da ich das längste Stück des Triathons nun erreicht hatte. Als ich dann zusätzlich meine Mutter sah und sie mich anfeuerte, wurde ich euphorisch. Ich dachte mir, ein Finishen ist jetzt auf jeden Fall machbar. Es waren ja nur noch 21,1 Km bis zum Ziel.

Die ersten 5 Kilometer beim laufen liefen locker und auch die Hitze fühlte sich unproblematisch an.
Bis auf einmal nichts mehr ging. Mir wurde richtig heiß, ich bekam starke Schmerzen in den Beinen und hatte großen Durst. 16 Kilometer vor dem Ziel, nicht wirklich hilfreich und ermutigend. Ab dem Zeitpunkt begann mein Kopfkino und eine Stimme in mir wurde immer lauter und sagte: “ Das schaffst Du nicht! Das ist zu weit!“ Ich wusste, wenn ich es nicht schaffe mich selbst zu motivieren und an mich zu glauben, dann schaffe ich das letzte Stück wirklich nicht mehr. Ein paar Hundert Meter wurden zur Qual und so konnte ich nur noch 200m laufen und musste dann gehen. Sichtlich enttäuscht schleppte ich mich die nächsten Kilometer durch und kämpfte gegen ein Aufgeben. Bis ich das Aufgeben als Option zuließ und innerlich entspannte. Denn selbst gehend hätte ich immer noch die maximale Endzeit bei diesem Wettkampf von 8 Stunden geschafft.
Die Kilometer vergingen sehr langsam und ich lernte daraus, dass ich kein Kandidat für „nur ankommen“ beim Ironman 70.3 bin.
Nach einer Zeit bei dem Halbmarathon von 2:15 Stunden durfte ich endlich die Abbiegung zum Ziel nehmen.

Heute nach Wochen, bin ich froh nicht aufgegeben zu haben und froh erstmal keinen Triathlon zu machen. Ob ich das Projekt noch mal starte? Das weiß ich heute nicht und das ist völlig in Ordnung.

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